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Einfluss der Gewerblichkeit auf die Haltedauer


Orochimaru

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Hallo,

ich wollte nachfragen ob die Einstufung des Tradings durch das FA als gewerblich einen Einfluss hat auf die Käufe, die man bewusst mehr als ein Jahr lang gehalten hat, damit diese steuerfrei werden. Ich habe nichts genaues gefunden bzw. nur alte Threads aus 2018.

Danke.

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In dem Thread finde ich leider keine genaue Antwort. Im Gegensatz zu meinem bisher gehörtem "Wissen" geht aus dem Thread hervor, dass eine Einstufung als Gewerbe recht schwierig ist. Ich hatte gehört, dass die FA bereits gerne eine Gewerblichkeit vorwirft sobald man eine bestimmte Anzahl an Trades tätigt (die sehr schnell erreicht wird) oder neulich auch sobald man auch nur ansatzweise etwas mit dem Staking Bereich zu tun hatte. Ich hatte eigentlich gehört, dass man sich nur schwer dagegen wehren kann aber vielleicht hat sich das in den letzten zwei Jahren geändert. Mir geht es aber vor allem um die Frage, ob das FA quasi rückwirkend Steuern für die Verkäufe verlangen kann, die steuerfrei waren weil ich angeblich gewerblich tätig war. Wenn dies der Fall ist hat man als Privatinvestor ja praktisch keine Sicherheit bei der Haltefrist. Das FA könnte das nämlich prinzipiell immer und einfach tun wann immer es davon ausgeht, dass da noch mehr Steuern reinkommen.. Mich interessiert ob es hierzu bereits Urteile oder Gesetzesparagraphen gibt.

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Schau mal rein, Dr. Google hat immer gute Antworten

 

https://blockpit.io/blog/bitcoin-krypto-gewerblich-steuern/

 

 

Um von gewerblichen Einkünften sprechen zu können, müsste der Rahmen der privaten Vermögensverwaltung überschritten werden. Um diese Sphäre zu verlassen, und somit Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu erzielen, müsste die steuerpflichtige Person wie ein:e Händler:in auftreten.

Mehrere Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) zeigen dabei deutlich, dass ein hohes Volumen sowie eine häufige Umschichtung nicht ausreichen, um den Trader als gewerblich einzustufen. Um dem Markt als Händler:in gegenüberzutreten, müsste die steuerpflichtige Person dem Leitbild eines Wertpapierunternehmens entsprechen, auf fremde Rechnung handeln oder Büroräume und Angestellte unterhalten.

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Okay danke. Das liest sich tatsächlich so, als könnte man so eine Einstufung durch das FA im Regelfall verhindern, selbst falls das Trading wirklich die einzige Tätigkeit ist mit der man aktuell Geld verdient...

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9 minutes ago, Orochimaru said:

Okay danke. Das liest sich tatsächlich so, als könnte man so eine Einstufung durch das FA im Regelfall verhindern, selbst falls das Trading wirklich die einzige Tätigkeit ist mit der man aktuell Geld verdient...

Ich glaube, bei der Argumentation und wenn das FA Steuern eintreiben kann, sind die ziemlich argumentativ.

Ich würde mir im Internet eine Kanzlei oder Steuerberater suche, wo die sowas als Beispielfall haben und da nachharken. Wenn die das durchbekommen haben, kannst Du sehen, wieweit Du dazu passt und die Argumentation nachverfolgen.

Einfach sagen, OK, lass ich liegen, führt sehr oft zu ungewollten Überraschungen.

Edited by Chantal Krüger II
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Ja ich werde mich damit definitiv näher beschäftigen falls es nötig sein wird. Ich war aber 2021 zum Beispiel in Vollzeit tätig. Nur im Jahr 2022 habe ich nur durch Trading ein Einkommen erzielt. Ich vermute daher für 2021 wird es daher noch deutlich einfacher sein die Einstufung abzuwenden.

Ich habe aber auch noch aus der Vergangenheit teilweise Verlustbeträge eintragen lassen, die sich nicht miteinander verrechnen ließen. Außerdem habe ich auch mit Staking Verluste gemacht (2022). Falls ich als gewerblich eingestuft werde müsste ich diese Verlustbeträge ja mit anderen Gewinnen verrechnen können was auch meine Steuer senken würde. 

Weiß denn jemand ob das Finanzamt überhaupt im voraus erfragen darf ob ich steuerfreie Verkäufe hatte? Mir ist kein Fall bekannt bei dem das FA explizit danach gefragt hat. Theoretisch dürfen die doch gar nicht danach fragen weil es steuerlich nicht relevant ist? Falls das FA nicht danach fragen darf und es die Verluste mit dem Staking beachtet ist eine gewerbliche Einstufung aus der Sichtweise des FA sowieso unattraktiv.

Ich weiß ja auch nicht wie sich das mit den Steuersätzen ändert aber ich habe schon öfters gehört, dass sich eine Trading GmbH ab einer bestimmten Gewinnsumme steuerlich lohnt. Falls das stimmt wäre das ein weiterer Punkt, bei dem die Umstellung von außen betrachtet für das FA unattraktiv wäre.

Edited by Orochimaru
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