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Strafverfahren Einkommenssteuer 2017


CrazyCoin

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Hallo Freunde,

im Mai erreichte mich ein Brief von der Steuerfahndung mit der Überschrift "Strafverfahren" und folgendem Auszug "...das Strafverfahren eingeleitet worden, weil der Verdacht besteht, dass Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung 2017 gegenüber dem Finanzamt (...) unvollständige Angaben gemacht und dadurch Steuern in noch zu ermittelnder Höhe hinterzogen haben.".

Zunächst habe ich einen Anwalt eingeschaltet, welcher jetzt Akteneinsicht beim FA angefragt hat. Zusätzlich hat er darauf verwiesen, dass es sich hier um ein Strafverfahren handelt und nicht um ein "Auskunftsersuchen". Bei einem Auskunftsersuchen lässt das Finanzamt Dir die Möglichkeit offen nachzubessern im Sinne einer Selbstanzeige (Quelle: https://www.winheller.com/bankrecht-finanzrecht/bitcointrading/bitcoinundsteuer/pruefung-finanzamt-kryptogewinne.html). Diese Möglichkeit hat das Finanzamt hier nicht offen gelassen, sondern hat sich direkt für ein Steuerstrafverfahren entschieden.

Meine Suche nach entsprechenden Beratern (Steuer- und Strafrecht) hat sich leider schwieriger gestaltet als erhofft.

Daher suche ich den Austausch mit anderen Betroffenen und deren Erfahrungen. Gerne auch über eine private Nachricht direkt an mich hier im Forum.

Edited by CrazyCoin
Rechtschreibung
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vor 2 Stunden schrieb CrazyCoin:

naja, 2017 ist lange her.

Erstmal besteht lediglich der "Verdacht".

Wenn du dir keiner Schuld bewusst bist, kannst du zu sämtlichen Kryptoveräußerungen belegen wann die veräußerten Coins zu welchem Kurs angeschafft wurden.

Liegen jeweils min. 12 Monate zwischen Anschaffung und Veräußerung, dann bist du entlastet.

Wenn nicht, dann solltest du deinem Anwalt gegenüber die Tatsachen offenlegen damit er dich beraten kann.

Gerade 2017 wurden von vielen große Gewinne gemacht und wer nicht aufpasste, der hat in 2018 alles verloren und kann seine Steuern aus 2017 nicht begleichen.

Dann winkt schnell die Privatinsolvenz.

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vor 15 Stunden schrieb CrazyCoin:

Daher suche ich den Austausch mit anderen Betroffenen und deren Erfahrungen.

Ja hier ich. Ich habe auch fleißig Steuern hinterzogen. Nicht absichtlich sondern eher unabsichtlich. Ich habe einfach erst getradet und mich zu spät damit beschäftigt wie ich das hätte verteuern müssen. In 2017 sind dann die Gewinne förmlich explodiert. Ich ging eigentlich davon aus, dass meine Trades in 2017 alle steuerfrei sind. Zumindest war das meine Absicht.

Mein Problem war jetzt, dass ich keinerlei Nachweise bezüglich der Steuerfreiheit hatte. In der Situation hieß es für mich also Füße Stillhalten und nichts machen was das Finanzamt aktivieren könnte. Also keine Bankauszahlung oder ähnliches. Dann habe ich über Wochen mehrere Stunden täglich damit verbracht meine Daten in ein Steuertool einzupflegen. Mein Plan war es erst dann Bankauszahlungen zu machen wenn ich eine Wasserdichte Dokumentation habe.

Und dann kam die schlechte Nachricht. Einige Trades waren leider nicht steuerfrei mit ordentlichen Gewinnen. Der nächste Schritt war dann der Gang zum Anwalt für Steuerrecht, Selbstanzeige, lange Bearbeitungszeit, in der Zwischenzeit ist der Kurs weiter gefallen sodass ich meine Steuern am Ende nicht mal bezahlen konnte, Finanzamt hat zügig unsere Bankkonten gepfändet und nur mit etwas Glück ist dann kurz der Kurs soweit angestiegen, dass ich am Ende meine Steuern auch bezahlen konnte ohne eine Privatinsolvenz.

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vor 20 Minuten schrieb skunk:

Ja hier ich. Ich habe auch fleißig Steuern hinterzogen. Nicht absichtlich sondern eher unabsichtlich. Ich habe einfach erst getradet und mich zu spät damit beschäftigt wie ich das hätte verteuern müssen. In 2017 sind dann die Gewinne förmlich explodiert. Ich ging eigentlich davon aus, dass meine Trades in 2017 alle steuerfrei sind. Zumindest war das meine Absicht.

Mein Problem war jetzt, dass ich keinerlei Nachweise bezüglich der Steuerfreiheit hatte. In der Situation hieß es für mich also Füße Stillhalten und nichts machen was das Finanzamt aktivieren könnte. Also keine Bankauszahlung oder ähnliches. Dann habe ich über Wochen mehrere Stunden täglich damit verbracht meine Daten in ein Steuertool einzupflegen. Mein Plan war es erst dann Bankauszahlungen zu machen wenn ich eine Wasserdichte Dokumentation habe.

Und dann kam die schlechte Nachricht. Einige Trades waren leider nicht steuerfrei mit ordentlichen Gewinnen. Der nächste Schritt war dann der Gang zum Anwalt für Steuerrecht, Selbstanzeige, lange Bearbeitungszeit, in der Zwischenzeit ist der Kurs weiter gefallen sodass ich meine Steuern am Ende nicht mal bezahlen konnte, Finanzamt hat zügig unsere Bankkonten gepfändet und nur mit etwas Glück ist dann kurz der Kurs soweit angestiegen, dass ich am Ende meine Steuern auch bezahlen konnte ohne eine Privatinsolvenz.

Steuerhinterziehung / -Verkürzung lohnt sich nicht.

 

 

Ausser , man hat sehr tiefe Taschen und nimmt das alles Spiel hin, zahlt aus der Portokasse.

 

Ulli kann mehr davon erzählen, Freund Alfons auch bald.

 

_-------

Auch für den ehrlichen finden sich in der AO und Umsetzung viele Stolperfallen

Edited by blaualge
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vor 7 Stunden schrieb skunk:

Ja hier ich. Ich habe auch fleißig Steuern hinterzogen. Nicht absichtlich sondern eher unabsichtlich. Ich habe einfach erst getradet und mich zu spät damit beschäftigt wie ich das hätte verteuern müssen. In 2017 sind dann die Gewinne förmlich explodiert. Ich ging eigentlich davon aus, dass meine Trades in 2017 alle steuerfrei sind. Zumindest war das meine Absicht.

Mein Problem war jetzt, dass ich keinerlei Nachweise bezüglich der Steuerfreiheit hatte. In der Situation hieß es für mich also Füße Stillhalten und nichts machen was das Finanzamt aktivieren könnte. Also keine Bankauszahlung oder ähnliches. Dann habe ich über Wochen mehrere Stunden täglich damit verbracht meine Daten in ein Steuertool einzupflegen. Mein Plan war es erst dann Bankauszahlungen zu machen wenn ich eine Wasserdichte Dokumentation habe.

Und dann kam die schlechte Nachricht. Einige Trades waren leider nicht steuerfrei mit ordentlichen Gewinnen. Der nächste Schritt war dann der Gang zum Anwalt für Steuerrecht, Selbstanzeige, lange Bearbeitungszeit, in der Zwischenzeit ist der Kurs weiter gefallen sodass ich meine Steuern am Ende nicht mal bezahlen konnte, Finanzamt hat zügig unsere Bankkonten gepfändet und nur mit etwas Glück ist dann kurz der Kurs soweit angestiegen, dass ich am Ende meine Steuern auch bezahlen konnte ohne eine Privatinsolvenz.

Danke für dein offenes Feedback. Die Aufbereitung ist tatsächlich aktuell auch ein Problem vor dem ich stehe trotz Einsatz von Cointracking und schon viele Stunden investiert habe. Vor allem, weil ich über alle Jahre mehrere 10.000 Trades aufzubereiten habe. Dazu kommen einige "Spezialitäten" für die mir noch keiner sagen konnte wie ich damit überhaupt umgehe.

Ich bin genauso 2017 an das Thema Crypto herangegangen ohne mir über die steuerlichen Aspekte gedanken zu machen. Die letzten Jahre habe ich Crypto-Gewinne in den Steuererklärungen angegeben. Aber 2017 halt nicht. Ich bin gespannt, was die Akteneinsicht bringt und wie sich das Verfahren entwickelt.

Habe einen Fachanwalt von Winheller beauftragt, da ich hier von insgesamt 4 Stück mit denen ich Erstgespräche hatte, den besten Eindruck hatte. Bin sehr gespannt, ob sich das bestätigt. Die Kosten der Anwälte mit denen ich in Kontakt war bewegen sich zwischen 300-350 € Netto pro Stunde. Also auch kein Pappenstiehl.

Hast du Dir auch Unterstützung in Form von Beratung für die Aufbereitung oder das Rechtliche gesucht?

Edited by CrazyCoin
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vor 22 Stunden schrieb ..::. o.Z.o.n.e .::..:

Hast Du es zumindest in irgend einer Form dokumentiert? ^^

Bin dabei.

Ist aber nicht so einfach bis unmöglich hier 100% zu erreichen. Hintergrund sind neben der vergangenen Zeit Themen wie mehrere Börsen (einige nicht mehr existend oder keine Daten verfügbar), unterschiedlichste Crypto-Netzwerke und nette Themen wie NFTs, play2earn, staking, ...

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Sehr interessantes Thema, für das ich mich extra angemeldet habe... 😀

vor 42 Minuten schrieb CrazyCoin:

Habe einen Fachanwalt von Winheller beauftragt, da ich hier von insgesamt 4 Stück mit denen ich Erstgespräche hatte, den besten Eindruck hatte. Bin sehr gespannt, ob sich das bestätigt. Die Kosten der Anwälte mit denen ich in Kontakt war bewegen sich zwischen 300-350 € Netto pro Stunde. Also auch kein Pappenstiehl.

Mit der Rechtschutzversicherung braucht man da ja wohl nicht auftreten, oder übernehmen die die Kosten?

Am 28.6.2023 um 18:20 schrieb CrazyCoin:

Meine Suche nach entsprechenden Beratern (Steuer- und Strafrecht) hat sich leider schwieriger gestaltet als erhofft.

Dieser Satz hatte mich getriggert, das befürchte ich auch. Vor allen Dingen weil ich denke, dass "Crypto" mit allen Variationen nicht wirklich bei der breiten Masse an Anwälten oder Steuerberatern angekommen ist...

Wäre ein Steuerfachanwalt die bessere Wahl für eine Selbstanzeige? Kann dieser auch die Kalkulation der Steuerschuld im Vorwege durchführen, so wie ein Steuerberater? Wären eventuell beide sinnvoll? Steuerberater für die ganzen Berechnungen und der Anwalt für den Schriftverkehr mit dem FA?

 

Danke und Gruß

 

Edited by HODL-King
Typo
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vor 1 Stunde schrieb CrazyCoin:

Die Aufbereitung ist tatsächlich aktuell auch ein Problem vor dem ich stehe trotz Einsatz von Cointracking und schon viele Stunden investiert habe.

Mit Cointracking habe ich das am Ende nicht geschafft. Cointracking hat von allen Steuertools die schlechteste Fehlerprüfung. Ich habe irgendwann zu Cryptotax und später zu Accointing gewechselt nachdem Cryptotax aufgekauft wurde. Beide haben eine deutlich bessere Fehlerprüfung und haben mir dabei geholfen all meine Buchungsfehler zu finden und zu beseitigen.

vor 1 Stunde schrieb CrazyCoin:

Hast du Dir auch Unterstützung in Form von Beratung für die Aufbereitung oder das Rechtliche gesucht?

Ich habe meine Daten komplett allein aufbereitet. Daneben habe ich eine Textdatei mit allen Buchungen gepflegt die ich manuell verändert hatte. Also zum Beispiel eine Gehaltszahlung direkt an ein Exchange. Über den API Import ist das erstmal ein Deposit und ich habe den Deposit auf Einnahme geändert. Derartige Sonderfälle hatte ich einige fein säuberlich nach Thema sortiert in der Textdatei. Die fertigen Rohdaten und die Textdatei habe ich an meinen Steuerberater übergeben. Es gab in der Textdatei ein paar Fälle bei denen mein Steuerberater anderer Meinung war. Das habe ich dann fix korrigiert und einen neuen Export an den Steuerberater gesendet damit er seine teure Zeit nicht darauf verwenden muss meine Daten zu korrigieren.

Die Hauptarbeit des Steuerberaters war am Ende die Selbstanzeige und das Begleitschreiben. Der Teil war mir damals zu heiß weil ich mir keine Fehler erlauben konnte.

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vor 15 Stunden schrieb HODL-King:

Dieser Satz hatte mich getriggert, das befürchte ich auch. Vor allen Dingen weil ich denke, dass "Crypto" mit allen Variationen nicht wirklich bei der breiten Masse an Anwälten oder Steuerberatern angekommen ist...

Wäre ein Steuerfachanwalt die bessere Wahl für eine Selbstanzeige? Kann dieser auch die Kalkulation der Steuerschuld im Vorwege durchführen, so wie ein Steuerberater? Wären eventuell beide sinnvoll? Steuerberater für die ganzen Berechnungen und der Anwalt für den Schriftverkehr mit dem FA?

Den ersten Teil kann ich aus meiner Suche nach Experten nur bestätigen.

Zu den Fragen und meinen aktuellen Informationen dazu. Bei dem Thema kommen drei komplexe Aspekte zusammen: Steuerrecht, Strafrecht, Cryptohandel. Bei meiner Suche habe ich versucht ein Unternehmen zu finden, dass alle 3 Aspekte möglichst gut abdeckt. Wobei Straf- und Steuerrecht ohne den Cryptoaspekt "standard" sind.

Bezüglich den verschiedenen Optionen wie zB eine Selbstanzeige würde ich mich auf jedenfall gut beraten lassen. Eine Selbstanzeige zum Beispiel bringt einiges an zusätzlichen Themen mit sich wie zB korrekte Angaben 10 Jahre Rückwirkend. Ich persönlich kann das aber bei meinem Tradingverhalten damals gar nicht garantieren.

Zum Thema Aufbereitung der Daten: Das erscheint mir nur in Eigenarbeit sinnvoll, da ich aktuell noch keine "wirtschaftliche" Lösung für wirklich tiefergehende Unterstützung gefunden habe. Einen Fachanwalt für 300-400 € Netto pro Stunde wird schnell sehr teuer. Aber hier kann ich auch falsch liegen.

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vor 13 Stunden schrieb skunk:

Mit Cointracking habe ich das am Ende nicht geschafft. Cointracking hat von allen Steuertools die schlechteste Fehlerprüfung. Ich habe irgendwann zu Cryptotax und später zu Accointing gewechselt nachdem Cryptotax aufgekauft wurde. Beide haben eine deutlich bessere Fehlerprüfung und haben mir dabei geholfen all meine Buchungsfehler zu finden und zu beseitigen.

Tatsächlich kriege ich Fehler in Cointracking angezeigt, aber keine Hilfe zur Lösung. Am häufigsten wird kein Kauf in den Daten gefunden und somit der Erwerb zu 0€ bewertet, was definitiv nicht korrekt ist.

Da mich Cointracking hier überhaupt nicht weiterbringt, danke ich Dir für den Tipp und werde mich mit dem Thema eines weiteren Tools zur Aufbereitung beschäftigen. Auch wenn es vielleicht weiteres Geld und sehr viel Zeit kosten wird. Die chance auf korrektere Ergebnisse und dem Ziel einer sauberen Aufbereitung komme ich so evtl. etwas näher.

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vor 2 Minuten schrieb CrazyCoin:

Tatsächlich kriege ich Fehler in Cointracking angezeigt, aber keine Hilfe zur Lösung. Am häufigsten wird kein Kauf in den Daten gefunden und somit der Erwerb zu 0€ bewertet, was definitiv nicht korrekt ist.

Das ist reichlich spät und erst sichtbar im Steuerreport.

Die anderen Steuertools würden derartige Fehler deutlich früher erkennen. Eine der sehr hilfreichen Fehlerprüfungen ist der Abgleich alle Ein und Auszahlungen. Nehmen wir mal an du hast ein Hardware Wallet und eine Börse. Du kaust BTC, sendest die an das Hardware Wallet und irgendwann zurück zur Börse zum Verkauf. Macht also eine Order, eine Auszahlung, eine dazu passende Einzahlung, dann nochmal eine Aus und Einzahlung in die Gegenrichtung und erneut eine Order. Das wäre alles fehlerfrei und es gibt keine Probleme mit dem Steuerreport. Hast du plötzlich einen zusätzliche Einzahlung ohne passende Auszahlung, ist das ein Fehler. Plötzlich verkaufst du mehr BTC also du ursprünglich gekauft hast. Wo Cointracking sich am Verkauf stört werden die anderen Steuertools dir diese eine zusätzliche Einzahlung als Fehler ausweisen. Das ist deutlich leichter dann dieser Spur zu folgen. Wo kam die Einzahlung her? Bei mir waren es wie oben beschrieben zum Beispiel Gehaltszahlungen, die ich dann von Einzahlung auf Einnahme ändern musste und schon war der Fehler bei mir behoben. Oder es stellt sich raus, dass ich noch ein zweites Hardware Wallet hatte was ich bisher vergessen habe in die Steuererklärung einzupflegen. All das finden die anderne Steuertools recht zielsicher.

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vor 35 Minuten schrieb CrazyCoin:

Zum Thema Aufbereitung der Daten: Das erscheint mir nur in Eigenarbeit sinnvoll, da ich aktuell noch keine "wirtschaftliche" Lösung für wirklich tiefergehende Unterstützung gefunden habe. Einen Fachanwalt für 300-400 € Netto pro Stunde wird schnell sehr teuer. Aber hier kann ich auch falsch liegen.

Wenn die Daten in einem Format vorliegen, dass sie nur noch in ein Tool importiert werden müssen und das richtige Ergebnis rauskommt, ist das beim Fachmann in zwei Stunden erledigt.

... das kannste aber auch selber machen und dir das Geld sparen.

In der Regel liegen die Daten eben nicht so vor, dass sie einfach importiert werden können. Da sind Trades unterschiedlicher Börsen in unterschiedlichen Datenformaten. Da sind Auszahlungen und Einzahlungen wo man selber erstmal herausfinden muss wohin und woher die Coins kamen. Da sind Ein- und Auszahlungen von eigenen Konten wo man wieder neue Exportformate hat.

Dann sind da Daten, die man nicht preisgeben will weil das Adressen von Wallets mit großem Vermögen sind, die man besser nicht mitteilt (weil man dazu nicht verpflichtet ist)

vor 16 Stunden schrieb HODL-King:

Kann dieser auch die Kalkulation der Steuerschuld im Vorwege durchführen, so wie ein Steuerberater?

Das machste selber.

Das Tool gibt die den Gewinn raus, den die aus Shortterm-Trades gemacht hast und welche Gebühren dafür angefallen sind. Dann schaust du welcher Steuersatz fällig ist ... rechne einfach mal mit 50%, dann bist du auf der sicheren Seite.

Und du darfst dann auch noch die Zinsen draufrechnen: Bis 31.12.2018 6% pro Jahr, ab 01.01.2019 sind es noch 1,8% jährlich (Quelle: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2022/03/2022-03-30-zinssatz-fuer-nachzahlungen-und-erstattungen.html)

 

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vor 2 Minuten schrieb Jokin:

nd du darfst dann auch noch die Zinsen draufrechnen: Bis 31.12.2018 6% pro Jahr, ab 01.01.2019 sind es noch 1,8% jährlich (Quelle: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2022/03/2022-03-30-zinssatz-fuer-nachzahlungen-und-erstattungen.html)

Das betrifft nur den Verspätungszins. Da kommt dann nochmal ein Strafzins oben drauf.

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vor 6 Stunden schrieb Jokin:

Wenn die Daten in einem Format vorliegen, dass sie nur noch in ein Tool importiert werden müssen und das richtige Ergebnis rauskommt, ist das beim Fachmann in zwei Stunden erledigt.

... das kannste aber auch selber machen und dir das Geld sparen.

In der Regel liegen die Daten eben nicht so vor, dass sie einfach importiert werden können. Da sind Trades unterschiedlicher Börsen in unterschiedlichen Datenformaten. Da sind Auszahlungen und Einzahlungen wo man selber erstmal herausfinden muss wohin und woher die Coins kamen. Da sind Ein- und Auszahlungen von eigenen Konten wo man wieder neue Exportformate hat.

Ich habe die Daten damals mit drei Tools parallel erfasst: Online mittels Cointracking und Accointing und dann nochmal selbst mittels einer (inzwischen sehr sehr großen) Excel-Tabelle (bzw. Calc aus LibreOffice). Dabei blieb aber bei mir irgendwann Accointing auf der Strecke, weil ich einige Konstellationen hatte, die ich in Cointracking wesentlich besser eintragen und nachvollziehen konnte. Das ging aber auch nicht immer flüssig per API- oder CSV-Import, sondern wurde immer manuell nochmal kontrolliert. Nebenbei, so meine ich mich zu erinnern, hatte damals Accointing auch ein paar Restriktionen (Kosten) beim Erstellen der Steuerreport eingeführt. Ich habe eine dauerhafte Lizenz für Cointracking und bin damit in Verbindung mit meiner eigenen Tabelle ganz zufrieden.

Man darf aber auch keinesfalls den Aufwand unterschätzen. Also wenn das FA sich meldet, ist es definitv zu spät damit zu beginnen. Ich habe damals über mehrere Wochen/Monate intensiv daran gearbeitet, dabei auch immer meine eigene Tabelle erweitert (mit virtuellen Wallets für jeden Kauf, die dann per "First In First Out" wieder beim Verkauf gelehrt werden, so wie es auch Cointracking in der Steuerreports darstellt).

Selbständig alles aufbereiten halte ich sowieso für den besseren Weg, weil man dann mit der Selbstanzeige erst beginnen kann, wenn man alles fertig und wasserdicht belegbar hat oder auch mal eine Pause machen kann. Wenn der Anwalt/Steuerberater Fragen haben sollte, dann hast du unnötigen Druck, die Antworten zu liefern und dabei gehen gleichzeitig durch den Mehraufwand auch noch die Beraterkosten in die Höhe...

 

vor 6 Stunden schrieb Jokin:
vor 22 Stunden schrieb HODL-King:

Kann dieser auch die Kalkulation der Steuerschuld im Vorwege durchführen, so wie ein Steuerberater?

Das machste selber.

Das Tool gibt die den Gewinn raus, den die aus Shortterm-Trades gemacht hast und welche Gebühren dafür angefallen sind. Dann schaust du welcher Steuersatz fällig ist ... rechne einfach mal mit 50%, dann bist du auf der sicheren Seite.

Ich habe (erstmal) mit 42% gerechnet. Aber okay, ich lese daraus, dass es sowieso nur eine erste grobe Schätzung ist, bis das FA einem den genauen Betrag mitteilt.

vor 6 Stunden schrieb Jokin:

Und du darfst dann auch noch die Zinsen draufrechnen: Bis 31.12.2018 6% pro Jahr, ab 01.01.2019 sind es noch 1,8% jährlich

Ich hatte noch durchweg 6% in meiner Kalkulation, also gut zu wissen, dass es reduziert wurde. Dann sollte man sich aber beeilen, bevor die Verspätungszinsen aufgrund des gestiegenen Leitzins wieder angehoben werden... 😂

vor 6 Stunden schrieb skunk:

Das betrifft nur den Verspätungszins. Da kommt dann nochmal ein Strafzins oben drauf.

Den Strafzins hatte ich jetzt aber nicht bedacht. Ist der auch bei der Selbstanzeige (also immer) relevant? Oder nur, wenn das FA "erster" ist?

 

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Hallo, 

ich bin neu hier und wollte mich rechtlich absichern was die Versteuerung der Erträge angeht. Ich habe jetzt mit Bansbach GmbH (Steuerberatung) ersten Kontakt gehabt. Hat jmd noch andere Erfahrung mit Steuerkanzleien bzgl Versteuerung und Steuerstrafverfahren?

Danke!

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Am 28.6.2023 um 22:21 schrieb Jokin:

Gerade 2017 wurden von vielen große Gewinne gemacht und wer nicht aufpasste, der hat in 2018 alles verloren und kann seine Steuern aus 2017 nicht begleichen.

Dann winkt schnell die Privatinsolvenz.

Hier hilft ein Verlustrücktrag.

 

Aber ja, das Steuerrecht zu kennen kann dabei unterstützen Strafverfahren zu vermeiden. Und hier im Forum werden noch einige ins Schwitzen kommen, wenn das Finanzamt wach wird. Teilweise sind die schwedischen Gardinen nicht weit.

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vor 10 Minuten schrieb ap7fxm:

Hier hilft ein Verlustrücktrag.

Vollkommen richtig.

Aber nur für diejenigen, die damals innerhalb von 12 Monaten nach Anschaffung auch seine Verluste realisiert hatte.

Wer den Kursverlust einfach nur ausgesessen hatte und erst nach 12 Monaten Haltezeit verkaufte, guckt doof aus der Wäsche.

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vor 29 Minuten schrieb Jokin:

Vollkommen richtig.

Aber nur für diejenigen, die damals innerhalb von 12 Monaten nach Anschaffung auch seine Verluste realisiert hatte.

Wer den Kursverlust einfach nur ausgesessen hatte und erst nach 12 Monaten Haltezeit verkaufte, guckt doof aus der Wäsche.

Korrekt.

Betrifft uns in D nicht, aber ich meine in den USA gab es die Möglichkeit mit Verlustrücktrag nicht - was noch unangenehmer ist.

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vor 19 Stunden schrieb HODL-King:

Den Strafzins hatte ich jetzt aber nicht bedacht. Ist der auch bei der Selbstanzeige (also immer) relevant? Oder nur, wenn das FA "erster" ist?

Frag im Zweifel deinen Steuerberater. Der kann das genauer erklären. In meinem Fall mit Selbstanzeige habe ich zweifach Zinsen zahlen müssen. Ich habe das einfach bezahlt und nicht weiter nachgefragt. Mir war wichtiger straffrei aus der Sache raus zu kommen und die Summe an Zinsen war zu klein um sich darüber streiten. Betrachte es einfach mal so. Wie viel bist du bereit zu bezahlen um den Vorwurf der Steuerhinterziehung aus der Welt zu schaffen?

Ich hatte natürlich das Glück die Selbstanzeige zeitnah gemacht zu haben. Der Zeitverzug war also noch recht kostengünstig. Mit der Selbstanzeige länger zu warten bedeutet eben auch, dass sie teurer wird.

Man muss auch mal ganz klar sagen, dass das ganze Konstrukt mit der Selbstanzeige schon eine Super Sache ist. Ich kann jedem, der noch eine vergleichbare Leiche im Keller hat, nur dazu raten den Weg der Selbstanzeige zu gehen. Das Finanzamt ist inzwischen aufgewacht und fängt an zu ermitteln. Selbst wenn der eine oder andere bei dieser ersten Welle verschont bleibt, so ist das keine Garantie, dass das Finanzamt in den nächsten Jahren nicht noch weitere Daten zieht.

Soweit ich das verstanden habe ist so ein Strafverfahren echt übel. Vielleicht kann einer der betroffenen Personen dazu noch etwas mehr berichten. Wer noch die Chance mit der Selbstanzeige hat sollte mal durchrechnen wie kostengünstig die Selbstanzeige verglichen mit dem Strafverfahren ist.

 

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vor 1 Stunde schrieb skunk:

Frag im Zweifel deinen Steuerberater. Der kann das genauer erklären. In meinem Fall mit Selbstanzeige habe ich zweifach Zinsen zahlen müssen. Ich habe das einfach bezahlt und nicht weiter nachgefragt. Mir war wichtiger straffrei aus der Sache raus zu kommen und die Summe an Zinsen war zu klein um sich darüber streiten. Betrachte es einfach mal so. Wie viel bist du bereit zu bezahlen um den Vorwurf der Steuerhinterziehung aus der Welt zu schaffen?

Steuerberater habe ich bis dato nicht gebraucht, insofern habe ich keinen...

Aber keine Frage, einen Vorwurf Steuern hinterzogen zu haben kann keiner gebrauchen. Und erst recht nicht, wenn man seine Coins in Fiat tauschen will, um sich was zu leisten. Wenn sich dann nämlich das FA fragt, wie kann der sich so was großes (Haus) mit so was kleinem (Gehalt) leisten und mit Fristen nachbohrt, dann kommt man leicht ins Schwitzen...

 

vor 1 Stunde schrieb skunk:

Man muss auch mal ganz klar sagen, dass das ganze Konstrukt mit der Selbstanzeige schon eine Super Sache ist. Ich kann jedem, der noch eine vergleichbare Leiche im Keller hat, nur dazu raten den Weg der Selbstanzeige zu gehen. Das Finanzamt ist inzwischen aufgewacht und fängt an zu ermitteln. Selbst wenn der eine oder andere bei dieser ersten Welle verschont bleibt, so ist das keine Garantie, dass das Finanzamt in den nächsten Jahren nicht noch weitere Daten zieht.

Ich denke, beim Großteil der Betroffenen ist es nicht der fehlende Wille zur Selbstanzeige und auch nicht der damit verbundene Aufwand. Vielmehr:

1) Fehlende "Unterstützung" bei der korrekten Aufbereitung aller Daten: Die muss man letztlich alleine machen, die Berater können nur prüfen und nachfragen. Aber wenn man sich bei der Aufbereitung nicht direkt austauschen kann (Ich persönlich kenne in meinem Umfeld nicht eine Person, mit der ich darüber hätte sprechen können), dann kann das sehr leicht in die Richtung Frustration und Resignation gehen. Ebenso bei einer extrem großen Anzahl an Trades kann es leicht in Überforderung enden oder die Börse hält Daten für den benötigten Zeitraum gar nicht mehr vor. Gründe gibt des diverse...

2) Das Finden eines geeigneten Beraters (Anwalt oder Steuerberater): Ich präferiere einen Berater vor Ort, zu dem ich fahren kann, um ggf. Fragen und Probleme im direkten persönlichen Kontakt zu besprechen. Wenn man nicht gerade im Zentrum von Großstädten wohnt, kann die Chance jemand geeigneten zu finden, schon sehr klein werden.

3) Ich persönlich hätte mir auch gerne "Musterschreiben" angesehen, also Beispiele, wie die Schreiben an das FA aufgebaut sind, wie dort die Verkäufe gelistet werden und auch wie die Jahresendbestände (um die das FA bitten könnte) aufgelistet werden, wonach man sich richten könnte. Ich könnte auch einfach einen Steuerreport aus z.B. Cointracking ausdrucken und abschicken, aber die wirklichen Details stehen in HTML-Seiten, wo wirklich für jeden Verkauf auch detaillierte Kauf-Infos dazustehen. Aber ist das der Weg? Um den Vorwurf einer Steuerhinterziehung zu entkräften (bzw. um bestehende abgegebene Steuererklärungen zu korrigieren), möchte ich selbst das FA bestmöglich unterstützen und da sind für mich die Steuerreports der Tools nur begrenzt informativ und ich könnte mir vorstellen, dass der FA-Beamte da noch mit Nachfragen kommt (beispielsweise mit den oben erwähnten jahresendbeständen, die eben nicht durch die Tools gleich mit ausgegeben werden. Sowas wäre für beide Parteien eine Win-Win-Situation.

Gruß

PS: Ich träume von einem Musterschreiben-Archiv: So hat ein Schreiben auszusehen, schreib dies hier rein und dieses dort rein und gib es ab. Und nach ein paar Wochen kommt der korrigierte Bescheid. Dann nur noch zahlen und dann ist alles gut...

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vor 1 Minute schrieb HODL-King:

Steuerberater habe ich bis dato nicht gebraucht, insofern habe ich keinen...

Aber keine Frage, einen Vorwurf Steuern hinterzogen zu haben kann keiner gebrauchen. Und erst recht nicht, wenn man seine Coins in Fiat tauschen will, um sich was zu leisten. Wenn sich dann nämlich das FA fragt, wie kann der sich so was großes (Haus) mit so was kleinem (Gehalt) leisten und mit Fristen nachbohrt, dann kommt man leicht ins Schwitzen...

 

Ich denke, beim Großteil der Betroffenen ist es nicht der fehlende Wille zur Selbstanzeige und auch nicht der damit verbundene Aufwand. Vielmehr:

1) Fehlende "Unterstützung" bei der korrekten Aufbereitung aller Daten: Die muss man letztlich alleine machen, die Berater können nur prüfen und nachfragen. Aber wenn man sich bei der Aufbereitung nicht direkt austauschen kann (Ich persönlich kenne in meinem Umfeld nicht eine Person, mit der ich darüber hätte sprechen können), dann kann das sehr leicht in die Richtung Frustration und Resignation gehen. Ebenso bei einer extrem großen Anzahl an Trades kann es leicht in Überforderung enden oder die Börse hält Daten für den benötigten Zeitraum gar nicht mehr vor. Gründe gibt des diverse...

2) Das Finden eines geeigneten Beraters (Anwalt oder Steuerberater): Ich präferiere einen Berater vor Ort, zu dem ich fahren kann, um ggf. Fragen und Probleme im direkten persönlichen Kontakt zu besprechen. Wenn man nicht gerade im Zentrum von Großstädten wohnt, kann die Chance jemand geeigneten zu finden, schon sehr klein werden.

3) Ich persönlich hätte mir auch gerne "Musterschreiben" angesehen, also Beispiele, wie die Schreiben an das FA aufgebaut sind, wie dort die Verkäufe gelistet werden und auch wie die Jahresendbestände (um die das FA bitten könnte) aufgelistet werden, wonach man sich richten könnte. Ich könnte auch einfach einen Steuerreport aus z.B. Cointracking ausdrucken und abschicken, aber die wirklichen Details stehen in HTML-Seiten, wo wirklich für jeden Verkauf auch detaillierte Kauf-Infos dazustehen. Aber ist das der Weg? Um den Vorwurf einer Steuerhinterziehung zu entkräften (bzw. um bestehende abgegebene Steuererklärungen zu korrigieren), möchte ich selbst das FA bestmöglich unterstützen und da sind für mich die Steuerreports der Tools nur begrenzt informativ und ich könnte mir vorstellen, dass der FA-Beamte da noch mit Nachfragen kommt (beispielsweise mit den oben erwähnten jahresendbeständen, die eben nicht durch die Tools gleich mit ausgegeben werden. Sowas wäre für beide Parteien eine Win-Win-Situation.

Gruß

PS: Ich träume von einem Musterschreiben-Archiv: So hat ein Schreiben auszusehen, schreib dies hier rein und dieses dort rein und gib es ab. Und nach ein paar Wochen kommt der korrigierte Bescheid. Dann nur noch zahlen und dann ist alles gut...

Das Problem ist nicht die Selbstanzeige als solches, das Problem ist, dass du nur einen Schuss hast und da wirklich alles passen muss.

 

Frag Ulli

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