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Das Thema Bitcoin kommt langsam in den Chefetagen der großen Konzerne an, bislang allerdings reduziert auf einen Teilaspekt, den Bitcoin ausmacht, der Blockchain. So forschen folgende Unternehmen an Blockchain-Projekten oder bieten bereits Blockchain-as-a-Service (BaaS) an:

 

 

In vielen Branchen werden bereits Blockchainprojekte geplant oder sogar bereits produktiv betrieben:

 

Finanzwirtschaft

Energiewirtschaft

Handel

  • Rückverfolgbarkeit von Gütern, in dem der Weg des Ursprungsprodukts durch alle Produktionsprozesse bis zum Endprodukt durchgängig dokumentiert wird.

IoT (Internet of Things)

  • Eine Wohnung, Hotelzimmer, Maschine, Tresor, etc. werden freigeschaltet, sobald in einem Smart Contract die entsprechende Bezahlung eingegangen ist
  • Bosch sieht als Anwendungfall das Bezahlen von Datensätzen, wie z. B. bei der Suche nach Parkplätzen. Sensoren erfassen freie Parkplätze und können diese dem Anwender zur Verfügung stellen. Doch der Aufbau dieser Infrastruktur ist teuer und könnte dadurch findanziert werden, in dem der Anwender bzw. das Auto für jede Abfrage einen kleinen Betrag bezahlt: http://blog.bosch-si.com/categories/business-models/2015/06/bitcoin-enabler-for-the-iot/

Wertpapierhandel

Healthcare

Produzierendes Gewerbe

  • Geld-Transfers beim Import und Export von Waren und Dienstleistungen
  • 3D-Druck, in der Industrie zum Beispiel zum Druck von Autoteilen. Heute könnte eine CAD-Datei theoretisch beliebig kopiert werden. Wenn aber - um es plakativ auszudrücken - eine CAD-Datei wie ein Bitcoin wäre, dann könnte nur  derjenige darüber verfügen, der den privaten Schlüssel besitzt.

 

Industrie 4.0

 

eGovernment

  • Steuern
  • Grundbucheinträge
  • Identitätsnachweise

 

 

Smart Home und Smart Cities

 

  • Abrechnung Energie Peer to Peer
  • Verleihen von Gegenständen (Sharing Economy)

 

Mobilität und Transport

 

  • autonome Fahrzeuge, die den Stromverbrauch mit dem Energieversorger selbständig abrechnen
  • autonome Fahzeuge, die Nutzungsgebühren mit dem Nutzer abrechnen

 

 

 

 

 

Meine Meinung dazu:

Diese Übersicht ist lange nicht vollständig und an vielen Stellen redundant. Wenn man lange genug darüber nachdenkt, werden einem unendlich viele Anwendungsszenarien einfallen. Wenn bei Bitcoin immer nur über den Geldtransfer nachgedacht wird, dann ist das nur ein winzig kleiner Bruchteil von dem, was realisiert werden kann, es ist nur 1 Anwendungsfall von unendlich vielen. Die Bitcoin-Blockchain bildet die Grundlage und die Möglichkeit, die Welt, wie wir sie kennen, völlig auf den Kopf zu stellen. Bitcoin wird sich dieser Herausforderung aber nur stellen können, mit neuen Konzepten, wie Sidechains, RSK, Optimierungen, etc.

 

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mittels Sidechains bzw. spezieller Anwendungen, die Konzerne für eigene Bedürfnisse entwickeln, private Channels möglich wären, so dass sich die o. g. Konzepte auf der Bitcoin-Blockchain umsetzen lassen, ohne das Netzwerk mit der gewaltigen Datenmenge zu überlasten, aber trotzdem von der Sicherheit des Bitcoin-Netwerks zu profitieren.

 

Und wenn man dann noch das Konzept der Micro-Services hinzudenkt, dann ist vorstellbar, wie schnell und flexibel ständig neue Ideen entwickelt, verbessert und wieder verworfen werden, so dass hier in kürzester Zeit eine ungeheure Eigendynamik entstehen kann.

 

Sobald es zu einem Kompromiss in der in der aktuellen Blocksize-Debatte kommt, stehen meines Erachtens die Chancen ziemlich gut, dass all diese Konzepte auf der Bitcoin-Blockchain realisiert werden, denn diese hat 1 Merkmal, welches keine andere Blockchain in diesem Maße bieten kann, aber für die großen Konzerne ausschlaggebend sein dürfte: die Sicherheit. Selbst Ethereum kann nur einen winzigen Bruchteil der Sicherheit bieten. Und von anderen Altcoins mag ich gar nicht erst reden.

 

Wer die Blockchain auf die Funktion als Währung reduziert, unterschätzt meines Erachtens das Potential. Das wäre ungefähr genauso, als wenn man behaupten würde, das Internet-Protokoll sei lediglich dafür da, Daten von Adresse A nach Adresse B zu schicken, ohne Bewußtsein, welche großartigen Anwendungen mit dieser unscheinbaren Innovation schon heute möglich geworden sind.

 

Und so, wie das Internet-Protokoll Grundlage für das Internet ist, wie wir es heute kennen, mit seinen Facebooks, Googles, IP-Telephonie, Online-Karten, Webshops, ... so ist das Bitcoin-Protokoll die Grundlage für etwas, über das wir uns heute noch überhaupt keine richtige Vorstellung machen können.

 

Ich würde in diesem Thread gerne über folgende Themen diskutieren:

  • Wie ist eure Meinung zum Thema?
  • Welche möglichen Anwendungsfälle seht ihr im B2B?
  • Welche technischen, rechtlichen, kulturellen Voraussetzungen sind nötig?
  • Sind alternative Blockchains, wie Ethereum im Bereich SmartContracts und IOTA für das Internet der Dinge viel besser geeignet, als Bitcoin? Wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht?
  • Habt ihr interessante Links, Dokumente, Literaturhinweise?
  • Was fällt euch noch ein?

 

Ich freue mich auf eure Beiträge und spannende Diskussionen.

bearbeitet von Thiasos
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Ich sehe die groessten Chancen bei den Smart Contracts.

 

So wie in vielen unternehmen interne Buchungen, Verrechnungen und Beauftragungen der Abteilungen untereinander laufen ist das ein wahnsinniges Gewusel, welches durch Smart Contracts deutlich eleganter loesen lassen kann.

 

Allerdings braucht es sehr helle Koepfe und sehr viele davon um in den Unternehmen diesen Wandel reinzubringen.

 

SAP wird in Zukunft grossen Bedarf an solch qualifiziertem Personal haben.

 

Und das fuehrt dann in der Konsequenz dazu, dass die Qualifizierung entsprechend aufgebaut werden muss.

 

... und schon sind wir bei der berufsausbildung und Schulausbildung ... die IT ist nicht mehr blosses Anwenden von Programmen - um in Deutschland weiterhin technologiefuehrende Unternehmen in grosser Zahl zu haben muss sich jeder von uns selber anschauen.

 

Hier im Forum sehe ich viele Anwender der Blockchain, die ihr Wissen oder gar Begeisterung weitergeben sollten.

 

So absurd es klingt: Wer Kinder hat, sollte mal drueber nachdenken, wie er die Blockchain-Technologie ueber Bitcoins und ueber das Taschengeld in die Koepfe seiner Kinder bringt.

 

Sie dafuer zu interessieren und zu begeistern ist sicher nicht einfach - aber genau das ist die Generation, die in einem Jahrzehnt die Blockchain-Technologie in den Unternehmen implementieren wird.

 

Oder schon eher.

 

... so sieht meine Meinung dazu aus :-)

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Interessant. Unternehmensinterne Blockchain-Anwendungen hatte ich bisher nicht auf dem Schirm. Um ehrlich zu sein, bin ich ziemlich skeptisch, ob dies überhaupt ein mögliches Anwendungszenario darstellen könnte, denn meines Erachtens fehlt es an praktisch allen nötigen Characteristika, die für eine Blockchain nötig wären. Es fängt schon damit an, dass es an der Offenheit fehlt. Es kann nur eine geschlossene Benutzergruppe teilnehmen. Allein dieser erste Punkt sorgt dafür, dass hier eine schicke Datenbank die Lösung für die genannten Anwendungsszenarien sein dürfte. Das Unternehmen dürfte wenig daran gelegen sein, seine internen Unternehmensprozesse mittels, sagen wir Ethereum-Blockchain, der ganzen Welt mitzuteilen, denn bekanntermaßen existiert keine Anonymität, sondern lediglich Pseudonymität.

 

Sofern ich dich richtig verstanden habe, lassen sich die Problemfelder, die du identifiziert hast, heutzutage bereits auf andere Art und Weise lösen oder zumindest verbessern, durch Anwendung sogenannter Workflow-Management-Systeme.

 

Beim zweiten Punkt gebe ich dir aber recht. Ich bin seit 2011 Besitzer von Bitcoins und habe erst jetzt das Gefühl, dass die Zeit reif ist und wir ganz kurz vor einer Explosion der unterschiedlichsten Anwendungen stehen. Schon heute ist der Bedarf an IT-Experten gigantisch. Unternehmen wie der Autozulieferer Bosch oder auch die Automobilhersteller wandeln sich mehr und mehr zu IT-Firmen. Die Software nimmt in deren Produkten eine immere größere Rolle ein. Ein Stichwort sei hier genannt: Das Internet der Dinge. Erst recht verbunden mit dem Internet des Geldes wird hier etwas entstehen, was zu einen enormen zusätzlichen Bedarf an IT-Experten führen wird. Sicherlich wird man auch in einigen Jahrzehnten noch vom Fachkräftemangel sprechen. Hier sehe ich aber nicht nur die Schulen in der Pflicht, sondern auch die Universitäten und vor allem auch die Betriebe, die entsprechendes Fachpersonal ausbilden könnten. Andernfalls wird sich mehr und mehr zeigen, dass nicht nur das Internet und der Bitcoin grenzenlos funktioniert, sondern auch Softwareentwicklung unabhängig vom Land des Auftraggebers entwickelt werden kann.

 

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