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Verkauf zu beliebigen Betrag möglich?


Daniel_
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Hallo zusammen,

die nachfolgende Frage beschäftigt mich nun schon seit einigen Tagen, sodass ich auf der Suche nach einem passenden Forum auf dieses hier gestoßen bin. In diesem Zusammenhang auch nochmal ein Hi@all! Nun aber zu meiner Frage: An einer regulären Börse kann ich meine Coins zu einem von mir gewünschten Preis verkaufen bzw. eine Order aufgeben und hoffen, dass der aufgerufene Preis von jemanden gekauft wird. Nun kann es aber passieren, dass ich mich vertippe (Stichwort "Fat-Finger-Fehler") und Coins zu einem deutlich geringeren Wert verkaufe als eigentlich beabsichtigt. Denkbar ist natürlich auch das ich sie ganz bewusst unter Wert verkaufe (was aber eigentlich kaum Sinn macht, doch vielleicht will ich ja jemanden eine Freude machen ;)). Nach meinen Recherchen kann mich der Staat nicht zwingen meine Coins möglichst gewinnbringend zu verkaufen, sodass die Preisgestaltung mir überlassen wird. Für die Gewinnermittlung in der Steuererklärung zählt hier der tatsächlich Verkaufswert und nicht der Marktwert (wäre ja sonst doppelt fatal bei einem "Fat-Finger-Fehler"). Soweit so gut. Nun Fragt ihr euch was soll das bringen? Ich habe derzeit nur eine Kryptowährung in meinem Portfolio die ich nun knapp ein halbes Jahr gehalten habe. Hinsichtlich Diversifikation finde ich es nun nicht mehr wirklich gut alles auf eine Karte zu setzen, sodass ich nun sehr gerne mein Investment auf eine Hand voll Kryptowährungen verteilen würde. "Leider" habe ich bereits einen (nicht realisierten) Gewinn gemacht, sodass eine Verteilung automatisch zu entsprechenden Steuerzahlungen führen würde (da ich die Kryptowährung noch unter ein Jahr halte und der Gewinn auch über dem Freibetrag ist). Nun meine Idee (bitte steinigt mich nicht falls die Idee "dumm" ist :D): Ich führe den Tausch bzw. die Umverteilung meines Investments wie geplant durch und Verkaufe dann die neuen Coins aus meinem Portfolio meinem Bruder für einen deutlich geringen Marktwert, sodass dies insgesamt zu einem Verlust bzw. einem +/- 0 führt (die Gewinn von meinem ersten Investment werden also durch den Verkauf unter Marktwert vollständig aufgefressen). Den Verkauf kann ich auch gerne mit einem offiziellen Kaufvertrag protokollieren. Wie bereits oben schon dargestellt gehe ich hier davon aus, dass der Staat mir nicht vorschreiben kann Gewinnbringend zu handeln und somit der Preis zu dem ich meine Coins verkaufe gänzlich mir überlassen ist. Für meinen Bruder würde dann die Haltedauer von einem Jahr von vorne beginnen und nach einem Jahr könnte er die Coins Steuerfrei rausholen. Für mich würden keine Steuern anfallen, da ich keine Gewinne erwirtschaftet habe.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich würde damit zwar die Haltedauer von einem Jahr neustarten, allerdings dafür einem Umverteilung meines Portfolios vornehmen können sowie steuerfrei aus der Geschichte rauskommen?

Ist der von mir beschriebene "Plan" gesetzlich/steuerrechtlich legal/erlaubt bzw. funktioniert das so wie von mir erhofft?

Vielen Dank im Voraus!

Viele Grüße,
Daniel

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  • 3 weeks later...

Ich bin kein Steuerberater, aber meine Einschätzung wäre eindeutig: Gestaltungsmissbrauch! Wenn Du außerhalb eines regulären Marktes einen Kaufvertrag mit Deinem Bruder und einem künstlich niedrigen Preis "bastelst", um die Steuer zu umgehen, dürfte das Finanzamt diesen wohl kaum anerkennen.

Der Gestaltungsmissbrauch (glaube der findet sich in der "Abgabenordnung (AO)") selbst ist meines Wissens nicht strafbar, aber Du wirst so gestellt werden, als wäre der Verkauf zu einem zum Verkaufszeitpunkt angemessenen Preis erfolgt und hast den Gewinn zu versteuern. Du kannst auch keine Immobilie für 500.000 EUR (= aktueller angemessener Marktpreis) kaufen und in den Kaufvertrag schreiben, dass 250.000 EUR auf die mit erworbene Einbauküche entfallen, womit das Haus selbst nur noch 250.000 EUR wert wäre, um Grunderwerbsteuer zu sparen. Hoffe Du verstehst, was ich meine.

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Danke für deine Antwort! Das habe ich mir so oder so ähnlich auch schon gedacht und daher auch nie als ernsthafte Option in Betracht gezogen. Doch als Gedankenexperiment hat mich die Frage dann doch schon sehr interessiert.

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