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Enttarnung durch Wallet-Adresse möglich?


Louis

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Grüss Euch

Ich lese heute in einer renommierten Schweizer Zeitung, der NZZ, dass die Anonymität von Bitcoin & Co. nicht so absolut ist, wie es die Öffentlichkeit glaubt.

https://www.nzz.ch/wirtschaft/der-colonial-pipeline-hack-bringt-das-fass-zum-ueberlaufen-ld.1625142?mktcid=nled&mktcval=165_2021-05-15&kid=nl165_2021-5-14&ga=1&trco=

Auszug:"Im Fall von Bitcoin etwa wird jede Transaktion öffentlich in ein digitales Verzeichnis aufgenommen, wobei die Beteiligten durch eine Zeichenfolge identifiziert werden – die sogenannte Wallet-Adresse. Sobald nun Strafverfolgungsbehörden den Besitzer eines dieser Wallets herausfinden können, haben sie im Grunde genommen Zugriff auf seine gesamte Transaktionshistorie. Tatsächlich tun sie das mit Hilfe spezialisierter Krypto-Forensik-Dienstleister immer häufiger. So ist es in den vergangenen Monaten gelungen, illegale Marktplätze wie etwa Empire, Darkmarket oder auch Alphabay auszuheben."

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vor 1 Minute schrieb bjew:

da gibt es bereits entsprechende Programmsysteme. Aufwand bleibt es trotzdem. 

Ob durch Gesetzesänderung das leichter wird, wage ich zu bezweifeln. Würden Gesetze wirklich helfen, bräuchte es solte Systeme nicht

Ein ensprechendes Gesetz würde zB. vorschreiben, dass den einzelnen Blockchain-Einträgen Identifikationszusätze hinzugefügt würde, was ja heute wohl nicht so ist.

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vor 4 Minuten schrieb Louis:

Ein ensprechendes Gesetz würde zB. vorschreiben, dass den einzelnen Blockchain-Einträgen Identifikationszusätze hinzugefügt würde, was ja heute wohl nicht so ist.

Man kann zwar eine Gesetzesänderung machen, aber was in die Blockchain geschrieben wird, wird immernoch durch den Consensus bestimmt, über den keine Regierung dieser Welt Kontrolle hat.

Allerdings kann man, wie oben im Artikel geschrieben durchaus Daten zusammenbringen. z.B. wenn du irgendwo einmal deine Wallet genannt hast oder über eine Adresse auf eine Exchange ein- oder ausgezahlt hast. Diese Daten sind per Zwang theoretisch vorhanden. Wenn die Coins aber an andere Adressen weitergeschickt wurden, ist nicht bekannt, ob sie dann noch in deinem Besitz sind oder nicht, sofern die weitere Adresse einen unbekannten Besitzer hat.

Es wird versucht mit einer großen Datenbasis Adressen Leuten zuzordnen. Das gelingt auch teilweise, weshalb man mit der Angabe seiner Adressen auch vorsichtig sein muss.

Und es ist sowieso ein Trugschluss: Bitcoin ist nicht anonym sondern pseudonym. XMR wäre eine anonyme Cryptowährung z.B.

Edited by Morama
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vor 53 Minuten schrieb Louis:

dass die Anonymität von Bitcoin & Co. nicht so absolut ist, wie es die Öffentlichkeit glaubt.

Welche Öffentlichkeit jenseits von einigen schlecht informierten Journalisten meinst du? Das Bitcoin-System selbst ist pseudonym, nicht anonym. Und an praktisch allen Schnittstellen zu "normalem" Geld (Börsen) mußt du dich ausweisen. Von dort aus ist dann alles für jeden und für immer rückwärts nachvollziehbar, was du mit dieser Bitcoin-Adresse jemals getrieben hast. Die Blockchain ist der feuchte Traum jedes Vorratsdatenspeicherers.

Dazu muß auch keine weitere Information in die Blockchain geschrieben werden. Die Gesetze zum KYC der Börsen gibt es schon.

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vor einer Stunde schrieb wwurst:

Welche Öffentlichkeit jenseits von einigen schlecht informierten Journalisten meinst du? Das Bitcoin-System selbst ist pseudonym, nicht anonym. Und an praktisch allen Schnittstellen zu "normalem" Geld (Börsen) mußt du dich ausweisen. Von dort aus ist dann alles für jeden und für immer rückwärts nachvollziehbar, was du mit dieser Bitcoin-Adresse jemals getrieben hast. Die Blockchain ist der feuchte Traum jedes Vorratsdatenspeicherers.

Dazu muß auch keine weitere Information in die Blockchain geschrieben werden. Die Gesetze zum KYC der Börsen gibt es schon.

Machst Du mal eine Umfrage auf der Strasse? Frage: Ist der Bitcoin anonym oder nicht? Ich wette, dass 99,9% der Befragten sowohl nicht merken, dass die Frage schon falsch gestellt ist, geschweige denn, ein "Nein" zur Antwort gäben.

Darf ich als schlecht Informierter nochmal eine Frage stellen? Was heisst im Zusammenhang mit Bitcoin "pseudonym"?

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vor 24 Minuten schrieb Louis:

Machst Du mal eine Umfrage auf der Strasse? Frage: Ist der Bitcoin anonym oder nicht? Ich wette, dass 99,9% der Befragten sowohl nicht merken, dass die Frage schon falsch gestellt ist, geschweige denn, ein "Nein" zur Antwort gäben.

Darf ich als schlecht Informierter nochmal eine Frage stellen? Was heisst im Zusammenhang mit Bitcoin "pseudonym"?

Präzisierung: Ich wette, dass der allgergrösste Teil der Befragten ein "Ja" zur Antwort geben und auch nicht merken würden, dass wohl nur schon die Frage unpräzise ist.

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vor 42 Minuten schrieb Louis:

Darf ich als schlecht Informierter nochmal eine Frage stellen? Was heisst im Zusammenhang mit Bitcoin "pseudonym"?

Anonym bedeutet das es nirgends eine Verbindung zu deiner Identität gibt.

Pseudonym bedeutet das lediglich deine Identität nicht öffentlich zu sehen ist.

Es sind in jedem Blockexplorer nur Coin-Adressen zu sehen. Und natürlich was alles auf dieser Adresse passiert, also alle jemals getätigten Transaktionen zu anderen Adressen oder von anderen Adressen. Aber nirgends steht dein Name. Das ist dann Pseudonym.

Dein Name kommt ins Spiel wenn es sich um eine Börse handelt, denn dort musst du dich mit Ausweis, Bankkonto und weiteren Sachen verifizieren. Und irgendwo unter vielen Transaktionen die man in Blockexplorern sehen kann werden auch Adressen sein die von Börsen sind.

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vor 36 Minuten schrieb Louis:

Präzisierung: Ich wette, dass der allgergrösste Teil der Befragten ein "Ja" zur Antwort geben und auch nicht merken würden, dass wohl nur schon die Frage unpräzise ist.

Es ist eine moderne Unsitte, auf solche Fragen nicht ehrlich mit "keine Ahnung" zu antworten. Man hat halt heutzutage lieber zu allem eine "starke Meinung" 😉

Das mit dem Pseudonym (bei Bitcoin die Adresse) ist ähnlich wie hier mit deinem Forumsnamen. Das ist dein Pseudonym. Der Forumsbetreiber kennt mindestens eine dir gehörende, echte Email-Adresse. Bei Bitcoin hätte eine Börse sogar eine Kopie von deinem Ausweis.

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vor 1 Stunde schrieb wwurst:

Es ist eine moderne Unsitte, auf solche Fragen nicht ehrlich mit "keine Ahnung" zu antworten. Man hat halt heutzutage lieber zu allem eine "starke Meinung" 😉

Das mit dem Pseudonym (bei Bitcoin die Adresse) ist ähnlich wie hier mit deinem Forumsnamen. Das ist dein Pseudonym. Der Forumsbetreiber kennt mindestens eine dir gehörende, echte Email-Adresse. Bei Bitcoin hätte eine Börse sogar eine Kopie von deinem Ausweis.

Ich denke, viele Leute glauben halt, irgendwas mit "Bitcoin" und "anonym" schon mal irgndwo gehört und gelesen zu haben. Das Thema ist in letzter Zeit öfters in den Medien. Leider schafft es aber bis heute niemand, den Leuten eine Vorstellung von der prinzipiellen Technik dahinter und den Vorzügern von Krypowährungen allgemein zu verschaffen. So wird das niemals was mit der breiten Akzeptanz. Das schafft keine Vertrauen.

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vor 6 Minuten schrieb bjew:

weil sie den Unterschied zwischen anonym und pseudonym nicht richtig interpretieren konnten. 

Ja, die hätten besser einen Teil ihrer kriminellen Energie in die Weiterbildung investiert 😉

Wenn man's allerdings , wie zB Ross Ulbricht, zu toll treibt, in den Fokus der Staatsmacht kommt und mit nachrichtendienstlichen Mitteln verfolgt wird, dann werden einem halt selbst kleine Fehler bei der OpSec zum Verhängnis. Monero zu verwenden hätte Ross da auch nicht mehr gerettet.

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vor 48 Minuten schrieb Louis:

Ich denke, viele Leute glauben halt, irgendwas mit "Bitcoin" und "anonym" schon mal irgndwo gehört und gelesen zu haben.

Ja, und wenn sie gefragt werden, sehen sie sich geistig in einer Quizshow, wo man sich für Antwort A oder B entscheiden muß, statt einfach "keine Ahnung" zu sagen. Oder so ähnlich <Altmännergebrummel Ende> 😉

vor 50 Minuten schrieb Louis:

So wird das niemals was mit der breiten Akzeptanz.

Witzigerweise scheint's die gar nicht unbedingt zu brauchen. Finanzprofis wissen inzwischen alle, was Bitcoin ist und kann, und der Markt blüht und gedeiht.

Und in Deutschland sind ja noch nicht mal Aktien "breit akzeptiert". Wird das noch einen Aufstand geben, wenn dereinst die Sparbücher aus Papier abgeschafft werden 😉

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vor 1 Stunde schrieb wwurst:

Oder so ähnlich <Altmännergebrummel Ende> 😉

Geil 😁

Altmännergebrummel haben wir bei der Arbeit mit einem Kollegen oft. Der brummelt sich zu Feierabend dann "Spacko, Ar....loch, dumme Sau" in den Bart wenn er beim Kreuzworträtsel gestört wird. Bestimmt Turrett 😁

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Die Enttarnung der meisten Bitcoin-Betrueger (oder generell Bitcoinnutzer) waere moeglich, das geschieht aber nicht, da es viele nicht wissen und da es zu wenige Spezialisten gibt, die die Faelle untersuchen koennen. Deshalb hat aber kein Boesewicht einen Grund ruhig zu schlafen, da  seine Transaktionen in der Blockchain ja in Stein gemeisselt sind, das heisst man kann sie auch Jahre spaeter noch analysieren. Und selbst wenn jemand auf das Private achtet kann es sein, dass morgen jemandem eine neue Analysemoeglichkeit in den Sinn kommt und er dann doch auffliegt.

Hier mal einige der angewandten Methoden, wie man herausfindet, welche Adressen sehr wahrscheinlich einer Person zuzuordnen sind, wenn man zumindest eine kennt. Von all diesen Adressen gleicht man dann ab, ob sie zu einer der Millionen von bekannten Exchange-Adressen fuehren. Die Polizei verlangt dann Auskunft von der Boerse ueber ihren Kunden, der wahrscheinlich auch der Betrueger ist.

https://en.bitcoin.it/Privacy#Blockchain_attacks_on_privacy

Eine weit verbreitete Ansicht ist es auch, dass man durch Hin- und Hertausch in Monero oder durch die Nutzung von Mixern die Privatsphaere  der Bitcoins erhaelt. Das stimmt nur bedingt, da insbesondere erfolgreiche Betrueger haeufig den Ueberblick verlieren und ein kleiner Fehler genuegt um das Kartenhaus einstuerzen zu lassen. Vor einigen Monaten untersuchte ich Wasabi-Coinjoin-Transaktionen und konnte ueber 20% der Ausgangsadressen mit den zugehoerigen Eingangsadressen verlinken, da die Nutzer es nicht schafften die neuen privaten coins von anderen aus ihren alten wallets zu trennen. Oder ein Bitcoin hacker machte kuerzlich hunderte Transaktionen um den Weg der erbeuteten Bitcoin zu verschleiern, dann machte er einen kleinen Fehler und zwei wallets konnten miteinander verknuepft werden und die hunderte Transaktionen waren nutzlos.

Man kann eine beschaedigte Privatsphaere nicht mehr heilen und eine Analysesoftware entdeckt tiefliegende Zusammenhaenge, die unser Gehirn nicht erfassen kann.

Edited by btctester.com
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  • 1 month later...

Hallo Leute.

Also ich verstehe nicht so richtig, wie man auf Grund der letzten Empfängeradresse, den Bösewicht enttarnen kann, will, soll.

Beispiel: Ich kaufe bei einer Börse/Bank, einen Bitcoin. Ich bin bei der Bank mit Name, Adresse registriert. Die Aktion kann namentlich zu geordnet werden.

Jetzt teile ich den Bitcoin auf und sende kleinere Beträge an weitere 5 Wallets. Von da wird der Bitcoin wieder aufgeteilt und an 20 weiter Wallets gesendet und so weiter.

Ich bekomme aber auch, auf einer meiner Wallets (nicht bei der Bank),  Bitcoin. Ich weiß aber nicht, ob da ein Bösewicht dabei ist, oder ob der empfangene Bitcoin auch "sauber" ist. Die Bank kauft auch Bitcoins und wissen nicht, was davor damit alles gemacht wurde und verkaufen wieder an ihre Kunden. Also ein großes Netz mit vielen unbekannten Kreuzungen, um die ganze Welt. Wenn man die letzte Adresse zurück verfolgt, landet man automatisch bei einer Börse/Bank mit einer registrierten Person. Das muss doch aber nicht, zwangsläufig der Bösewicht sein.🤥

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Um Bitcoin zu "normalem" Geld zu machen oder zu tauschen, wirst du eine Exchange, Bank oder Person benötigen, die es in Geld tauscht. Wenn die Exchange oder Bank KYC und/oder Geldwäscheprävention erfordert, dann gibt es persönliche Daten deines Accounts bzw. beim Transfer der Geldwerte an eine Bank steht ja ein einer Person zugeordnetes Bankkonto am Ende. An den Schnittstellen zu anderen Währungen kann daher meist enttarnt werden.

Bei einem Tausch mit einer Person gegen Bargeld könnte das im Prinzip auch anonym ablaufen, allerdings nähme der Bitcoin-Käufer hier ein hohes Risiko ein, da es anonym eigentlich immer als Geldwäsche anzusehen wäre. Für dieses Risiko wird sich der Bitcoin-Käufer häufig mit einem deutlich niedrigeren Kurs "belohnen" lassen.

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